Ich sehe so viel Content.
Es erschlägt mich fast.
Es ist wahnsinnig, wie viel es gibt.
Ich kenne mich mit Digitalisierung und Online-Marketing aus.
Ich weiß genau, wie diese Systeme funktionieren.
Als ich mein Erwachen hatte, oder wie auch immer ich es nennen will, habe ich gesucht.
Ich wollte verstehen, was da in mir passiert.
Ich habe nach Inhalten gesucht, die es erklären könnten.
Ich bin auf Eckhart Tolle, Joe Dispenza, Carl Jung und viele andere gestoßen.
Am Anfang war ich beeindruckt.
Doch schon bald war ich überwältigt.
So viele Bücher.
So viele Videos.
So viele Kurse.
Ich hatte wieder das Gefühl, ich müsste leisten.
Lesen, lernen, konsumieren, um weiterzukommen.
Dann habe ich gemerkt, dass ich mich selbst überfordere.
Also habe ich alles sein lassen.
Keine Bücher.
Keine Videos.
Kein weiteres Konsumieren.
Es ist nicht nur die Menge, die mich erschlagen hat.
Es ist auch die Marketingmaschinerie dahinter.
Ich sehe sie, weil ich weiß, wie sie funktioniert.
Und genau das nervt mich.
Spiritualität, Bewusstseinsarbeit, der Weg zu unserem Urzustand.
Alles wird zu einem Markt gemacht.
Natürlich bringt es Geld.
Aber für viele ist es auch nur eine Maske.
„Ich bin spirituell“ als Identität.
Aus Angst, ohne diese Rolle niemand zu sein.
Ich habe so viele Dogmen gesehen.
„Du musst das so machen.“
„Nur so meditierst du richtig.“
„Nur so spürst du dich richtig.“
Vorgaben von außen.
Wie man zu sein hat.
Was man tun muss, um „heil“ zu sein.
Warum?
Jeder ist anders.
Für mich gibt es kein richtig oder falsch.
Dieser Markt überfordert mich.
Ich will nichts lesen.
Ich will nicht konsumieren.
Und ich will nichts kaufen, nur weil mir jemand erzählt, es sei notwendig.
Dieser ganze Schein der Spiritualität hat mich letztlich noch näher zu mir selbst gebracht.
Ja, er hat mich genervt.
Getriggert, wieder etwas leisten zu müssen.
Die Idee, dass ich erst „richtig“ sein müsste, um echt zu sein.
Für mich ist Spiritualität etwas anderes.
Sie hilft mir, in meinen Urzustand zurückzukehren.
Zu spüren, wer ich bin.
Was ich brauche.
Sie bringt mich zurück zu meinem Sein.
Nicht zu dem, was ich glaube sein zu müssen.
Ich bin dankbar dafür.
Und ich will genau hinschauen.
Was ist spiritueller Schein.
Und was lässt mich wirklich sein.