Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann es war.
Es ist Monate her.
Und mittlerweile spüre ich.
Die Reise begann nicht zu diesem Zeitpunkt,
sondern bereits etwa zwei Jahre vorher.
Ich habe gearbeitet.
Ich war am Funktionieren. Wie immer und ständig.
Und dann war da plötzlich etwas.
Ohne Vorankündigung.
Eine Art Trance.
Es fühlte sich seltsam an.
Stark. Leicht. Unbekannt.
Und dennoch war es mit Leichtigkeit verbunden.
Ich war etwa zwei Wochen in diesem Zustand.
Ich sah mich selbst. Wie ein Außenstehender.
Immer leicht erhöht, als würde ich mich von hinten sehen.
Ich sah mich arbeiten. Funktionieren.
Und irgendwie wurde alles ruhiger.
Ich sah Dinge mit anderen Augen.
Ich spürte Leere in dieser Hülle.
Ich sah mich wie eine Spielfigur. Maximal erschöpft.
Ich hatte mein Leben nie stark hinterfragt.
Ich dachte, ich treffe Entscheidungen aus eigenem Antrieb.
Aber irgendwie spürte ich: dem war nicht so.
Es war wie eine Maske, die zu bröckeln begann.
Es war, rückblickend, wie eine Vorschau auf das, was kommt.
Auf das pure Sein.
Auf Glückseligkeit.
Auf totale Zufriedenheit mit dem Nichts.
Also damit, dass etwas einfach ist,
nicht wie man es sich wünscht.
Ich habe mein Leben lang nach Zielen gestrebt.
Wollte Erwartungen erfüllen.
Wollte einfach geliebt werden.
Ich suchte meine Erfüllung im Außen:
im Geld, im Status, in der Liebe, in Anerkennung, im Erfolg.
Denn Erfolg würde alles bringen.
Zufriedenheit, Luxus, Reichtum …
Nicht wahr?
Aber war dem wirklich so?
Ich arbeitete viel und hart.
Ich verdiente Geld. Viel Geld.
Höher, schneller, weiter.
Man muss erfolgreich sein, um glücklich zu sein.
Man muss erreichen, um ankommen zu können.
Ziele. Erwartungen.
Eine Selbstvorstellung, die anerzogen wurde.
Ich wollte so dringlich jemand sein,
um von außen geliebt und anerkannt zu werden.
Und all das, was ich mein Leben lang glaubte sein zu müssen,
war wie verflogen in diesen Wochen.
Ich erkannte Muster.
Quälende Muster.
Quälende Selbstdarstellungen, die ich hasste:
Status- und Profilneurosen.
Ich schob es auf meine Erziehung, meine Kindheit, meine Eltern.
Und ja, das hat damit zu tun.
Aber es liegt an mir, diese Themen zu lösen.
Diese Wochen waren aufschlussreich.
Man bewegt sich so leicht, ohne diese Last und Schuld,
die man aufgebürdet bekommt oder sich selbst auferlegt.
Es war wie ein Blick auf das, was wirklich ist.
Was man sein darf, ohne leisten zu müssen.
Ich wollte diesen Zustand halten. Für immer.
Ich war überrascht, dass er Tag für Tag anhielt.
Bis dann doch irgendwann der Sog des Egos kam.
Zurück in die Welt, in der man sich nicht mehr aufhalten wollte.
Mittlerweile verstehe ich, dass diese Welt dazugehört.
Sie ist das Spielbrett.
Unser Leben ist wie ein Spiel.
Und wenn wir verstehen, dass wir es selbst orchestrieren können,
dass jede Entscheidung, die wir treffen,
von uns selbst bestimmt werden kann,
dann sehen wir auch unsere Muster.
Wir erkennen, warum wir etwas tun,
welche Ansichten wir haben,
wo Mangeldenken entsteht.
Wir können Abstand nehmen,
vom Ego, vom automatischen Funktionieren
und sehen, wie leicht eigentlich alles sein könnte.
Wie wenig Ballast wir tragen müssten,
wenn wir einfach sagen könnten: Nein.
Aber wir sehen es nicht.
Es ist unsere Wirklichkeit.
Und das Ego zieht uns immer wieder zurück.
Zurück in Schutzmechanismen.
Es will uns schützen, nicht bestrafen.
Doch hinter dem Ego liegt so viel,
was unser Leben erleichtern würde.
Ich versuche auf diesem Weg,
mir selbst zu dokumentieren, was passiert.
Nicht jeder Tag ist gleich.
Ich schwanke.
Ich falle hin.
Ich stehe auf.
Mal funktioniert es besser, mal schlechter.
Bewusstwerdung über die eigene Präsenz.
Bewusstwerdung, dass wir es nicht zu schwer nehmen dürfen.
Bewusstwerdung, dass wir seit tiefster Kindheit unsere Muster leben.
Bewusstwerdung, dass nur wir sie aufheben können.
Bewusstwerdung, dass Veränderung nicht negativ sein muss,
sondern stetig ist.
Ich freue mich auf alles, was kommt.
Ich bin dankbar für das, was mir geschehen ist.
Ich danke für alles, was ich habe.
Manchmal würde ich gerne einfacher, minimalistischer, bewusster leben.
Ich bin aktuell an einem Punkt,
an dem mein Leben noch geprägt ist vom Alten.
Von Mustern und Status aus Vergangenem.
Für einige in meinem Leben muss es fremd wirken,
wie ich mittlerweile bin.
Aber das ist okay.
Solange ich mir selbst treu bleibe.
Ich freue mich auf alles, was kommt.
Gut wie schlecht.
Danke für alles bis hierher.